Informationen


Die Not der Menschen in den von der Flutkatastrophe heimgesuchten Teilen Deutschlands war und ist Anlass für die anhängende gemeinsame Aktion der Sparkasse Odenwaldkreis, der Kreishandwerkerschaft und der Industrie-Vereinigung Odenwaldkreis e.V.: 

 „Der Odenwald hilft!“

Die Flutkatastrophe hat in großen Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen für verheerende Schäden gesorgt und übersteigt alles bisher Gesehene bei Weitem.

In dieser Stunde der Not ist in vielen Gebieten schnelle Unterstützung angelaufen. In ganz Deutschland zeigt sich eine sehr große Hilfsbereitschaft. Nun ist es wichtig, dass die Hilfe auch zielgerichtet bei den Betroffenen ankommt.

Die Sparkasse Odenwaldkreis, die Kreishandwerkerschaft sowie die Industrievereinigung Odenwald rufen gemeinsam zu einer Spendenaktion für betroffene Handwerksbetriebe
und Kleinunternehmen auf. 

Mit Ihrer Spende an folgende Kontoverbindung

Empfänger: Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück
Verwendungszweck: Der Odenwald hilft
IBAN DE85 5865 0030 0008 0774 97
BIC MALADE51BIT

kommt Ihre Unterstützung direkt bei der dortigen Kreishandwerkerschaft an, die die Mittel bewusst und gerecht zusammen mit der Kreissparkasse Bitburg-Prüm besonders betroffenen kleinen und mittelständischen Betrieben vor Ort zuleiten wird. 

Eine Spendenbescheinigung wird ausgestellt.
Die Informationen finden Sie ebenfalls im angehängten PDF – leiten Sie dies gerne auch weiter. 

Fluthilfe IVO Kreishandwerkerschaft Sparkasse

Wirtschaftsverband IVO betont die Bedeutung der beiden Straßen für den Kreis und sieht mit regionaler Vereinbarung auch den eigenen Einsatz belohnt.

Von Manfred Giebenhain

ODENWALDKREIS - Die jüngst verbreitete Meldung aus dem Darmstadt-Dieburger Landratsamt fiel kurz und deutlich aus: Das Land Hessen hat mit den Verwaltungen der Kreise Darmstadt-Dieburg und Odenwald sowie den Städten Groß-Bieberau und Groß-Umstadt Planungsvereinbarungen zum Ausbau der Bundesstraßen 45 (zwischen Dieburg und Groß-Umstadt) und 38 (Ortsumfahrung Groß-Bieberau) geschlossen. Dieser Schritt soll die Realisierung der beiden Projekte beschleunigen.

Aus Sicht der Odenwälder Wirtschaft ist dies eine erfreuliche und zugleich erklärungsbedürftige Nachricht. Der Vorsitzende der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO), Rudolf Burjanko (Erbach), spricht in diesem Zusammenhang von einem Befreiungsschlag. Diese Wortwahl hält er für angebracht, um die Bedeutung des Themas für die hiesige Wirtschaft zu unterstreichen.

Das sieht auch Burjankos Vorgänger Jürgen Walther (Bad König) so, der im zurückliegenden Jahr den Vorstandsvorsitz der IVO abgegeben hatte. Wie bedeutend der jetzt in einen konkreten Planungsauftrag übergehende vierspurige Ausbau der B 45 bei Groß-Umstadt für die Odenwälder Wirtschaft ist, sei bereits daran zu erkennen, dass es sich dabei um eines der wichtigsten Themen seiner zehnjährigen Amtszeit gehandelt habe, so Walther. Dabei sei es stets die IVO gewesen, die den Stein wieder ins Rollen gebracht habe, wenn es nicht mehr richtig vorangehen wollte oder das Projekt gar zu scheitern drohte.

Walthers Begründung für dieses Engagement: Wenn ein Landstrich wie der Odenwaldkreis über keine direkte Anbindung an eine Autobahn besitzt, müsse das noch lange kein geringes Verkehrsaufkommen bedeuten. Die Lücke schließen müssten vielmehr Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, was unweigerlich zu punktuell besonders belasteten Knotenpunkten führe. Ein solches Nadelöhr sei der Abschnitt der B 45 zwischen Dieburg und Groß-Umstadt, über den der Löwenanteil des Pendler- und Warengüterverkehrs zwischen dem Ballungsraum Rhein-Main und dem Odenwaldkreis gelenkt werde. Was an dieser Stelle auf das Mümlingtal zutrifft, bedeute eine B 38-Ortsumgehung von Groß-Bieberau für das Gersprenztal, sagt Walther: „Deutlich gemacht haben wir, dass gut ausgebaute Straßen in den Odenwaldkreis zu den wichtigsten Voraussetzungen unserer Standortsicherung insgesamt gehören.“

Diese Sichtweise war im politischen Wiesbaden lange nicht geteilt worden. Deutlich wurde dies, als Hessen dem Ausbau der B 45 als Hauptverkehrsader in den Odenwald keine Dringlichkeit beimaß, obwohl dieser in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 eingeflossen war. Walther hatte bei einer IVO-Mitgliederversammlung im September 2015 darauf aufmerksam gemacht und eine Korrektur gefordert. Es folgten Gespräche mit Vertretern aus dem Verkehrsministerium und führenden Landespolitikern mehrerer Parteien.

Vom Bundestag beschlossen wurde der Bundesverkehrswegeplan im Dezember 2016; beide Projekte wurden verbindlich in den vordringlichen Bedarf eingestuft. Die IVO setzte sich weiter für eine zügige Umsetzung ein, doch es kam anders: Im Sommer 2017 gab das Verkehrsministerium bekannt, dass wegen Engpässen in den Planungskapazitäten bei Hessen Mobil eine Projektverschiebung über 2021 hinaus erfolgen müsse.

„Es war sehr viel Überzeugungsarbeit erforderlich, den Handlungsbedarf im Interesse der Odenwälder Wirtschaft aufzuzeigen“, stellt IVO-Geschäftsführer Christian Mühlhäuser (Michelstadt) im Rückblick fest. Insbesondere seinem Engagement war es zu verdanken, dass in den Landtagsfraktionen der Odenwaldkreis überhaupt als Industriestandort wahrgenommen wurde. Auf Gespräche mit Fraktionsvorsitzenden in Wiesbaden folgten Besuche im Kreis mit Besichtigungen von Betrieben, die stellvertretend für die Wirtschaftskraft der Region stehen – und insbesondere für deren „Herz aus Kunststoff und Kautschuk“.

 Beeindruckt zeigten sich die Landespolitiker nach Mühlhäusers Einschätzung nicht minder vom Zusammenspiel aus Politik, Wirtschaft und Schulen, das in wichtigen strategischen Fragen geschlossen ein Ziel verfolge. So habe auf Anregung der IVO im nächsten Schritt die IHK Darmstadt die Initiative ergriffen und alle Akteure an einen Tisch gerufen, die sich für die Ausbauprojekte B 45/B 38 stark machten. Gegossen wurden die Ziele schließlich in ein gemeinsames Positionspapier, das den Titel „Zukunftsfähige Mobilitäts- und Verkehrsinfrastruktur für den Odenwald“ trägt.

 

Bildunterschrift:

Besonders vom hohen Verkehrsaufkommen auf der B 45 betroffen ist das Semder Kreuz bei Groß-Umstadt. (Foto: Manfred Giebenhain)


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