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Die IVO hat Olivia Steiger gebeten, aus Sicht einer jungen Abiturientin, die Mitgliederversammlung 2019 zu beschreiben, insbesondere aber auch die Eindrücke aus dem Vortrag der beiden Referenten zum Thema „Erfolgsfaktor Arbeitgebermarke“. Hier lesen Sie den Bericht:

Wie wir in Zukunft arbeiten werden

Oder wie wir arbeiten könnten

Bei Rekordtemperaturen hat die IVO, die Industreivereinigung Odenwald heute, am 26. Juni, mich, ihre Mitglieder und andere Gäste für Vorstandswahlen, Jahresberichte und einen Vortrag eingeladen. Gehalten wird der von Kersten Riechers und Tobias Reitz von Quäntchen Glück aus Darmstadt, die die IVO eingeladen hat, um neue Inspiration zu finden, wie mit Mitarbeiter- und Fachkräftemangel umzugehen ist. Die beiden jungen Männer, die reden, sind im Gegensatz zu den anderen im Raum nicht viel älter als ich und sie bringen im wahrsten Sinne des Wortes einen ganzen Stapel Ideen mit.
Während sich der Raum langsam füllt und sich die Gäste mit allem, was irgendwie geeignet ist, die warme Luft zufächeln und immer wieder Getränke holen ist die Stimmung gelöst, trotz den Temperaturen wird immer wieder herzlich gelacht, während die zwei die Technik für später vorbereiten.
Tatsächlich bin ich nicht mit besonders großen Erwartungen in diesen Vortrag mit dem reißerischen Titel: „Erfolgsfaktor Arbeitgebermarke: Mitarbeiter finden und binden in Zeiten von Digitalisierung und New Work“ gegangen, ich bin aber unerwarteterweise eines Besseren belehrt worden. Der Zusammenhalt in einem Unternehmen ist eben nicht nur Sache der Arbeitgeber, sondern auch Sache von denen, die dort Arbeiten, oder -wie in meinem Fall bald arbeiten wollen. Schon bevor die beiden angefangen haben zu reden, wurde wieder und wieder mit Nachdruck betont, dass sich die Arbeitswelt geändert hat: Nicht wir werden für einen Job ausgewählt, wir wählen uns einen Job aus. Aus einem großen Überangebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen kann sich jeder von uns das aussuchen, was ihm am attraktivsten vorkommt. Wir sind diejenigen, die in Zukunft über Wohl und Übel eines jeden Unternehmens entscheiden können, denn: „Fachkräftemangel wird den entscheidenden limitierenden Faktor für das Wachstum in der Zukunft darstellen“, so sagt das zumindest Rudolf Burjanko, der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung.
Was können also Unternehmen tun, um sich bei meiner Generation zu bewerben? Wie können sie attraktiver werden? Die beiden haben wirklich eine Menge Ideen. Es geht nicht darum, wie man nicht arbeiten will, wie man Pausen macht und Urlaub bekommt, sondern vielmehr darum, wie man arbeitet, das Klima und die Umgebung. Es geht nicht mehr um den Tischkicker im Pausenraum, sondern um das Menschliche und die Nähe in den Unternehmen. Die Vorträger schreiben keine Emails mehr (Wer bitte von uns schreibt auch noch Emails, wenn man mal so darüber nachdenkt), sie chatten miteinander. Das ist nicht nur viel einfacher, es ist auch einfach das, was jeder in meiner Generation gewohnt ist. Kersten Riechers und Tobias Reitz stellen sehr viele Ideen, hinter denen zweifelsohne unfassbar viel Liebe und manchmal ein bisschen flacher Humor steckt, unheimlich zielorientiert vor. Sie zeigen, wie wichtig die Online-Präsenz eines Unternehmens ist, erklären wirklich neue Modelle und raten trotz allem dazu, authentisch zu bleiben. Ideen wie das gemeinsame Grillen mit Bewerbern, das Verschlanken von Bewerbungen, eine „Urlaubsflatrate“ in der jeder Auszeit nehmen kann wann er will und benötigt, ein privater Instagram Account mit Videos für die, die an bestimmten Tagen gefehlt haben, Fahrräder für die Mitarbeiter und sehr Vieles mehr klingen für mich- und ich denke auch für viele Andere in meiner Generation nicht nur neu, sondern auch einfach fast zu gut um wahr zu sein. Für alle Unternehmer, die sich den Vortrag nicht anhören konnten: Es gibt ein Quartett online. Ein Kartenspiel, bei dem auf jeder Karte eine Idee vermerkt ist, die die beiden bereits umsetzen. Man kann es unter qundg.de/new-work-quartett abrufen. Ich hoffe sehr, dass das die Zukunft unserer Arbeit ist. Der Entwurf und die Modelle, die vorgestellt wurden, werden sicher nicht alle von heute auf morgen umgesetzt. Trotzdem waren die Ideen bestimmt für den ein oder anderen der Anwesenden befruchtend, denn zumindest Einige scheinen inzwischen erkannt zu haben, dass die „papiergewordenen Depressionen“ von bisher niemanden mehr weiterbringen, vor allem nicht die Unternehmen. Neue Websites, Transparenz und das beobachten von verschiedenen Bewertungsportalen werden vielleicht schon deutlich mehr Früchte tragen als gedacht.

Am Ende lässt sich nur abwarten, wie sich die Unternehmen der IVO entwickeln, und ob es sich einmal wirklich lohnen wird nach dem Studium in den schönen Odenwald zurückzukehren.


Mitglieder-Dialog gelingt beim ersten Businesstreff am 21. September 2017
Es waren zwei kurzweilige Stunden und zeitlich fast eine Punktlandung, die beim ersten Businesstreff der IVO in Erbach den angekündigten Mitglieder-Dialog mit Leben gefüllt haben. Hervorragend moderiert und organisiert wurde der Talk von Vorstandsmitglied Rudolf Burjanko. Wie beabsichtigt: Auch nach dem offiziellen Ende setzten die über 30 Teilnehmer den Austausch untereinander fort und definierten wichtige Themen, die in den nächsten Treffs zur Sprache kommen werden.
Anschaulich und spannend stellte der Erbacher Standortleiter Claus Lau von Bosch Rexroth vor, wohin die Arbeitswelt im Zeitalter der digitalisierten Vernetzung sich entwickeln wird. Unterstützt von zwei Mitarbeitern spannte er den Bogen von der ersten industriellen Revolution zu heute: Was hat Omas Nähmaschine von 1931 mit Industrie 4.0 zu tun? Auch ein Meisterwerk aus der Zeit der Feinmechanik ist nicht immun gegen eine elektronische Steuerung, um mögliche Funktionsausfälle und Wartungsanforderungen rechtzeitig zu erkennen. Dazu benötigte Stefan Knapp nur 30 Minuten.

Fazit: Jetzt gelte es, die technischen Herausforderungen und Chancen der digital vernetzten Welt auf die regionalen Verhältnisse zu übertragen und das Netzwerk der Odenwälder Wirtschaft gewinnbringend einzubeziehen. Der Businesstreff wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Beteiligen auch Sie sich an der Themenfindung! Als Vorschläge liegen vor: Fachkräftemangel, Haftungsrisiko in der GmbH, Gesundheit am Arbeitsplatz, GOBD-Betriebsprüfung und Breitband-Ausbau.


Vortrag als PDF (5 Mbyte)



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